knopinfrüher begann der tag mit einer schußwunde
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sonntag 5.oktober 03
...
Gewärmt durch gegenseitige Nähe. Mann kann einen Menschen flüchtig umarmen. Wie man es unter Freundinnen häufig zur Begrüßung tut.
Aber man einen Menschen auch wirklich intensiv umarmen: So schenkt man diesem besonderen Wesen so viel Gefühl und Beachtung, das er behaupten darf in diesem Atemzug gehöre (man) ich ihm. Ich passe auf ihn auf. Diese Stille ist so laut das man sie greifen kann. Keiner stört uns. Und dann setzt sich dieser dämliche Hintergedanke bei ihm fest und er steht auf und lässt mich allein sitzen. Er kommt wieder.. aber nichts ist wie vorher. Küss mich! Oh bitte küss mich noch einmal.. damit all das was du gesagt hast zunichte gemacht wird! Wir kämpfen zusammen. Bekämpfen den schrecklichen Gedanken der Wahrheit- in einer Stunde ist alles vorbei!



Das war’s. DU siehst mich nicht mehr an. Schläfst friedlich im Schutz des Feuers. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen, weil die Kälte mich so schüttelt. Aber es macht mir nichts. Irgendwo war es gut so wie es war. Und dann mußtest du alles zerstören! Kalt und grausam behieltst du meine Hand in deiner. Verschlafene Wärme kribbelte durch deine in meine Finger. So konntest du es also nicht bei dem winzigen Funken in meiner Brust belassen, nein. Du musstet auch noch deine Wärme in meine Hand legen... und deinen Duft in meine Kleider wiegen.
Wie soll ich bitte so weitermachen, als wäre nichts gewesen?
Bitte sag mir nicht, du könntest das. So stak ist Gevatter Alltag nicht. Weiter machen... ja. Keine Frage. Wer tut das nicht. Den ganzen Tag, das ganze Jahr, das ganze Leben?
Aber... denkst du vielleicht an mich? Und was fühlst du wenn du daran denkst wie wir uns küssten? Fühlst du Selbstsicherheit? Fühlst du Scham? Fühlst du Bestätigung? Oder fühlst du dich klein. Fühlst du dich verwirrt und... glücklich?


#blauer engel mit gelbem stern#

ein bisschen weniger als ein halbes jahr ist es her.
und jetzt soll alles von vorn beginnen?
weißt du, du machst mich krank. wirklich.
ich habe ständig kopfschmerzen und mein magen rebelliert. ist das liebe?
schmerzen? kann ja sein. vielleicht fühle ich jetzt grade in diesem zwinkern echte liebe.
wahre liebe. alle 5 milliarden menschen auf diesem planeten fühlen gar nicht wirklich . sie lieben nicht. nur ich. ich liebe. dich.
ich möchte gern gebildet tun, dir sagen ich fühle noch etwas für dich, doch keine liebe mehr.
aber ich merke selbst, wenn ich lüge. du auch? hab ich dich belogen?
jedesmal wenn wir miteinander zu tun gehabt haben, wurde ich anders.
du hast mich verstellt. wie eine uhr , die viel zu schnell geht.
ich war hektisch, nervös und überdreht. aber ich war so glückich! so glücklich!
ich glaube, in der nacht als wir spazieren gingen, warst du gar nicht bei mir... und ich nicht bei dir. es waren zwei völlig fremde, die da liefen. hätte ich mich von oben betrachtet, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht erkannt.
ich weiß noch, wie ich mich gefragt hab, ob ich eine gute figur neben dir machte. und ich hab mich geärgert, dass ich die scheußliche blaue jacke anhatte... die macht so dick.
es wäre doch gut, wenn jeder mensch ein wunder für sein leben frei hätte. ein gutschein wunder.
ich hätte es gern in dieser nacht eingelöst.
dann hätte ich mir gewünscht, das die nacht nie nie nie endet. auch wenn du mich nicht berührt hast, hab ich dich gewollt. so sehr. ich hätte dich gern zu ende geliebt. aber zur zeit ist kein ende in sicht.
ich wäre so gern mit dir zusammen. für einen abschnitt und dann ende. vielleicht im streit. aber das wäre egal. ich hätte dich bekommen, als ich es gewollt hatte. doch so.
so plage ich mich mit den schmerzen und der liebe in mir, die einfach nicht verschwinden will.
ich kann immer noch nicht finden was mich hier festhält singt die frau in meinem kopf.
sie hat ja recht. deine kerze bei mir ist abgebrannt, und ich betrachte verliebt den docht.
ich hab das gefühl du stirbst mir unter den händen weg... tust du das?
ich dichte und dichte und schreibe sogar. aber du weißt das ja nicht.
du weißt es nicht.


bruices

bruices

Nervös rubbelte Constanze an dem blauen Fleck an ihrem Handgelenk herum. Der Druck schmerzte . Tränen stiegen ihr in die Augen, so weh tat es . Doch der Bluterguss besaß die Dreistigkeit und blieb an Ort und Stelle.
Mechanisch nahm sie die Tube Make Up "creme" aus ihrer Tasche und begann den Fleck gründlich einzuschmieren. Das teure Make Up tat seinen Teil und der Fleck verblasste schnell. Es war jetzt 15:00 Uhr. In zehn Minuten würde Hannes wie immer mit seinen Freunden vom Fußballtraining kommen. Braungebrannt und voller kleiner Sommersprossen, etwa 1, 80 groß und ziemlich muskulös. Eigentlich konnte sie stolz sein. Die Mädchen in ihrem Jahrgang beneideten sie, mit einem so gutaussehenden Jungen zu gehen.
Doch Conny fühlte gar nichts. Langsam drehte sie den Deckel auf die Tube zurück. Als sie Stimmen vernahm strich sie sich schnell die Haare hinter die Ohren und setzte das ihr so unendlich verhasste Lächeln auf.

"Hey Hannes! Fährst du bei Tom und mir mit?" Hannes packte das dreckige Handtuch in seine Tasche und zog den Reißverschluss zu. "Neee. Conny hohlt mich doch ab. Wir gehn noch zu mir." Das Gelächter und die anzüglichen Bemerkungen überhörte Hannes mit einem Grinsen im Gesicht. Sollten sie doch reden. Seit fast 6 Monaten war er jetzt mit Conny zusammen. Und er war glücklich wie selten zuvor. Zu Hause war er jetzt viel lieber als sonst. Wenn Conny da war. So hatte er wenigstens einen Vorwand nicht mit seinen Eltern reden zu müssen. Oder auch nur in einem Raum mit ihnen zu bleiben.
Denn seit einem Jahr stand für Hannes fest: er wollte unbedingt Fußballtrainer werden.
Seine Eltern passte das überhaupt nicht. Als er ihnen offenbahrt hatte, das er nicht vorhabe die schule zu beenden, kürzte ihm sein Vater ohne Vorwarnung das Taschengeld auf -100 €. Seitdem arbeitete er von donnerstags bis sonntags in einem Cd-Geschäft um die Miete bei seinen Eltern bezahlen zu können. Deshalb konnte er Conny auch immerwieder mit einer Cd überraschen.

Wie dem auch sei.
An jedem anderen erdenklichen Nachmittag war er bis um drei auf dem großen Fußballplatz hinter der Schule. Dort wo Conny hinging. Er war tierisch stolz, das seine Freundin eine Gymnasiastin war. Es wurde zur Gewohnheit, das sie ihn nach dem Trainig abholte.
Hannes warf sich die Tasche über die Schulter und beeilte sich Conny zu begrüßen. Heute war Donnerstag. Conny hatte nur bis um 12:00 Uhr schule gehabt.

Conny sah Hannes schon von weitem winken. Sie gingen aufeinander zu. Er drückte sie an sich und sie lies es geschehen.
So wie sie alles geschehen lies. Und um den Schmerz zu ignorieren drückte sie ihm einen scheuen Kuss auf die Wange.
Und dann griff er nach ihrer Hand und sie entspannte sich wieder etwas. Das war das einzige was Conny ertragen konnte ohne innerlich zu verbrennen. Wenn er ihre Hand hielt. So gewährte er ihr Schutz, Zuneigung und Abstand in einem.
Gemütlich schlenderten sie den Weg entlag in Richtung Cd-Geschäft. Conny liebte diese Strecke. So gingen sie Hand in Hand neben sich her und redeten über die letzten zwei Tage. Sie hörte Hannes gerne zu bei seinen Geschichten über die kleinen Jungs die er trainierte.
Und da die Strecke relativ lang war konnte sie seine Hand die ganze Zeit mit ihrer füllen. Später würden sie zu ihm nach Hause gehen.

Hannes fand das zugleich niedlich und amüsant. Mit 18 noch so Hand in hand rumzulaufen.... Das hatte er zuletzt in der 5ten Klasse getan.
Eine weiter Sache die er so sehr liebte, war Connys Art sich über die kleinen Dinge zu freuen und gleichzeitig zu trauern. Sie freute sich über die Wolken weil sie so hoch oben am Himmel waren und alles überblicken konnten. Doch gleichzeitig war sie zutiefst betrübt. (Wenn sie nun auf einer Glasplatte liegen, die uns umschließt?uns einsperrt?) Die Motivation und Kraft die er in den Fußballverein steckte, steckte sie in den Wunsch ganz weit zu verreisen. Wenn sie gemeinsam auf seinem Bett lagen und sich von ihren Träumen erzählten, brachte sie ihn oft mit ihren Geschichten zum Grübeln. Von weiten Bootsreisen oder von Flügen mit einem Heißluftballon handelten sie meistens. Das hatte Hannes schon früh bemerkt. Conny besaß das leidenschaftlichste und sehnlichste Fehrnweh das er kannte.

Er mochte sie. Er mochte sie so wie sie war.

Vor dem Geschäft angekommen. Conny wartete deprimiert auf den Moment, in der er seine Hand von ihrer lösen würde, um die Eingangstür zu öffnen. Doch als sie hinter ihm eintreten wollte drehte er sich um und stieß sie sanft zurück. Es durchzuckte sie wie ein Blitz. Unter ihrer Jacke verkrampfte sie sich und krallte die Fingernägel so sehr in ihre Tasche das der Stoff riss.
Hannes bemerkte von alledem nichts.

"Warte mal bitte kurz hier. Ich will nur schnell was klären."
Als Conny fragend die Augenbraue hob sagte er verschwörerisch " Ein Geheimnis." Er verschwand schnell in demGeschäft und erfuhr von seinem Chef die freudige Nachricht, dass er die Gehaltserhöhung bekommen würde. Also konnte er Conny das langersehnte Geschenk machen. Er hatte sich fest vorgenommen,sie zu ihrem Geburtstag zu einer Reise einzuladen. Wohin sollte sie sich aussuchen.

Zu Hause gingen sie dirket in sein Zimmer. Aus der Küche konnten sie das Geschrei seiner Eltern hören. Hannes schloß schnell die Tür um sie beide von dem Krach abzuschirmen. Es war ihm unendlich peinlich,was seine Eltern da taten. Doch Conny sprach ihn nie darauf an... Dafür war er ihr manchmal sehr dankbar. Jetzt war er endlich mit ihr alleine. Wie sehr er sie vermisst hatte...

Conny versuchte ihre Angst zu verbergen. Als er sie zu sich aufs Bett zog versuchte sie nicht zu schreien. Sie versuchte sich zu beruhigen als er ihr langsam die Kleidung auszog. Als er in sie eindrang schluckte sie die Tränen herunter und versuchte sich so zu bewegen, das es ihm gefiel. Ihre Schmerzen dabei ignorierte sie.
Sie schaffte es auch dieses Mal.
Conny drehte sich herum und stellte sich schlafend. Tränen strömten ihr über die Wangen. Sie legte ihr T-Shirt unter den Kopf. Er würde es merken würde er ein nasses Kopfkissen entdecken.
Und das durfte er nicht.. nein.. niemals!

Hannes lag auf dem Rücken und lauschte Connys ruhigem gleichmäßigem Atem. "Conny?" Keine Antwort. Hannes seufzte ein wenig enttäuscht. So sah ihr wiedersehen immer aus. Sie schliefen miteinander und jedesmal, wenn Hannes glaubte sie hätte es genossen drehte sie sich um und schlief- ohne ein Wort- ein. "Vielleicht ist sie ja wirklich nur müde gewesen" dachte er. "Aber bald kann ich ihr das Geschenk geben... und sie wird glücklich sein....". Mit diesem Gedanken im Kopf schlief er ein.

In den nächsten Tagen konnte sie ihren Schmerz verdängen. Conny versuchte die ihr verbleibenden Tage so sehr zu geniessen, wie sie nur konnte. Sie ging mit Hannes im Park spazieren ; hörte sich im Hinterzimmer des Geshäfts CDs an.
Und dann war plötzlich wieder Donnerstag.

Hannes genoss die Umarmung von Conny sehr. Donnerstag mochte er immer am liebsten. Weil Conny ihn da wirklich zu lieben schien. Sie klammerte sich an ihn und wollte ihn gar nicht zur Arbeit gehen lassen. Aber schließlich musste er - wohl oder übel.

Conny verbarg ihre Tränen und lachte als er sagte "Wir sehen uns dann am Montag!" 'Er soll nicht denken, ich wäre eine Heulsuse!'
Mit zitternden Schritten machte sie sich auf den Heimweg. Ihr Herz raste als sie ihr Haus am Ende der Straße sah. Sie drückte die Türklinke herunter und flehte Gott um Gnade an.
"Ist jemand zu Hause?" Keine Antwort. Leise schloss Conny die Haustür hinter sich und lehnte dagegen. Stückchen für Stückchen rutschte ihr Rücken Richtung Boden. Sie verbarg ihr Gesicht unter ihren Armen.
Conny weinte. Die Anspannung und die Angst fanden ihren Weg nach draussen. Aber so schnell wie sie für diesen Moment gegangen waren, kam die Panik wieder.
Conny erhob sich und ging den Flur entlang zum Badezimmer.
Als sie in den Spiegel sah musste sie unwillkürlich lächeln. Das gesamte Makeup war verlaufen und das Veilchen unter ihrem Auge sah nun merkwürdig grün aus. Einen Waschlappen hielt sie unter kaltes Wasser. Mit einer Spange steckte sie ihre langen schwarzen Haare hoch.
Vorsichtig wusch sie ihr Gesicht und immer deutlicher kam das, nun schon langsam heilende, Veilchen zum Vorschein. Sie griff zur Makeup Tube auf dem kleinen Sims vor dem großen Spiegel. Leer. Schnell warf sie die tube in den Mülleimer und öffnete eine Schublade der Kommode. Zum Vorschein kamen etwa zwanzig Tuben frisches neues Make up in allen Farbvariationen. Sie nahm eine Tube auf der "sand" stand und fing an ihr Gesicht feinsäuberlich mit der samtigen Masse einzucremen. Zum schluss sah sie aus wie vorher. Niemand würde ihr etwas ansehen... von den Schmerzen.

Die Uhr im Wohnzimmer schlug 18:00. Hastig fing Conny an den Tisch in der Küche zu decken. Drei Teller. Einen für sich, einen für ihre Mutter und einen.... . Als sie innehielt um den letzen Teller auf seine Platz zu stellen hörte sie wie die Haustür in schloß fiel. Conny glaubte das Herz würde ihr in der Brust explodieren, so sehr raste es.
"Hallo? Kann mir vielleicht freundlicherweise jemand helfen? Robert? Constanze?" Conny atmete erleichtert auf und ging schnell zu ihrer Mutter um ihr mit den schweren Einkaufstüten zu helfen. Ihr Vater kam nicht zum Essen. Conny sagte ihrer Mutter gute nacht mit der Begründung noch Hausaufgaben machen zu müssen.
Doch in Wirklichkeit legte sich Conny auf ihr Bett und versuchte die Schreie in ihrem Kopf zu verdrängen. Ihre Schreie. Jedesmal wenn Conny unter den Schmerzen litt drückte er ihr die Hand auf den Mund, so das sie beinahe erstickte. Die Schreie kamen nicht heraus und drangen nicht an das Ohr ihrer Mutter. Sie blieben in ihrem Kopf. Und dort wollten sie nicht mehr heraus. Es pochte lauter und lauter in ihrem Schädel. Schließlich stand sie nocheinmal auf und ging an den Medizinschrank im Badezimmer. Ihre Mutter bewahrte hier allerlein Tabletten auf. Wahllos grif Conny hinein und spühlte die kleine weiße Pille mit etwas Wasser hinunter.
Aus dem Wohnzimmer hörte sie den Fernseher dröhnen. Ihr Vater war immernoch nicht zurück... Wo er wohl blieb?
Conny schöpfte einen winzigen Funken Hoffnung und ging zu Bett. Als sie etwa eine Stunde geschlafen hatte, schreckte sie plötzlich hoch. Das Buch, das auf ihrem Nachttisch lag, hatte sie mit ihrem Arm heruntergeworfen. Als Conny sich bückte um es wieder aufzuheben vernahm sie deutlich stimmen. Die ihrer Mutter und die von... ihm.
"Wo warst du denn noch so lange?" unverständliches Murmeln.
"Hast du etwa getrunken?" wieder Murmeln. Schritte. "Na gut. Ich geh jetzt zu Bett." "Ich komme später nach. Ich sag Conny gute nacht und seh dann noch etwas fern."
"Oh lieber Gott bitte nicht...." Conny zog ihre Decke bis unter die Nasenspitze. Wie ein Schutzschild.
Sie hörte sie Schritte ihrer Mutter wie sie zu Bett ging. Und nach einer Ewigkeit, so schien es, hörte sie seine Schritte.

Die Hose hatte er bereits ausgezogen.
Conny wollte schon die Hände abwährend ausstrecken, als seine Hand sich über ihren Mund legte und die andere die Decke zur Seite riss.


Eine virtelstunde später kam Conny wieder völlig zu Bewusstsein.
Es brannte wiederlich zwischen ihren Beinen und an ihren Armen fühlte sie neue Stellen, wo einmal Blutergüsse kommen würden.
Wie schon sooft, ging Conny nachts noch duschen.. um sich wenigstens dem Schmutz zu entledigen.

Noch drei mal müsste sie durch die Hölle gehn.. dann war wieder Montag.. dann würde sie Hannes endlich wiedersehen.
Still weinte sie sich auch diesmal in den Schlaf.

Samstag und Sonntag kamen und gingen. Und wieder musste Conny nachts noch duschen gehen. Leise. Stehts darauf bedacht ihre Mutter nicht aufzuwecken.
Den Montag sollte sie nicht so schnell vergessen.
Es war abends gegen 19:00 Uhr. Conny saß mit ihrem Vater vor dem Fernseher. "Ich geh ins Bett." sagte Conny und stand etwas zittrig vom Sofa auf. Ihre Mutter kam mit einer Schürze um den Bauch gebunden ins Wohnzimmer "Wieso denn das? Du schläfst in letzter zeit nur noch!"
"Mir ist nicht gut Mama. Ich hab Kopfschmerzen und mein Bauch tut mir so weh." "Na dann" sagte sie trozig und ging zurück in die Küche.
"Ich seh später nochmal nach ihr" hörte sie Robert noch sagen.

Sie ging die Treppe hoch. "Bald ist montag" sagte sie sich mit gespielter Zuversicht. Hannes...
Doch trozt der riesigen Müdigkeit die sie überfiel konnte Conny nicht schlafen. Als die Schritte ihrer Mutter verklungen, zählte sie die Sekunden... 33... 34...
Bei zweihundersechsundneunzig angekommen ging ihre Tür auf.
Conny wollte nicht hinsehen, aber sie tat es. Der Blick in seine Augen war.. wild.. er hatte wieder getrunken...viel getrunken.
Achtlos riss er sich die Hose vom Leib und ging mit großen Schritten auf sie zu. Conny entfloh ein kurzer erstickter Schrei und sie presste sich panisch gegen die Rückenlehne.
Die Hand auf ihren Mund folgte, doch der Schmerz.. der ihr so unendlich vertraute Schmerz.... der blieb aus... "Was zur Hölle" hörte sie ihn fluchen. Als Conny ansetzte über seinen Fluch nachzudenken fühlte sie seine Faust in ihrem Magen. Eine große schwere Hand schraubte wie besessen an ihrer Brust.
"Das ist deine Schuld du Misststück. Ganz allein deine .. nur deine" mit jedem Wort prasselten die schläge auf sie ein und Conny fürchtete....nein, hoffte er würde es nun ein für alle mal zu Ende bringen.
Doch endlich .. endlich ließ er von ihr ab. Sie blieb regungslos liegen. Zusammengekrümmt und die Arme schützend um den kopf.
Aus Angst er würde sofort wieder zuschlagen. und aus Schmerz.
Es war still ... doch nicht so still, als das sie hätte sein Schnaufen überhören können. "Sag... sag ein Wort" keuchte er" ein Wort zu irgendjemanden. und das wars.. ich bring dich um."
"Ich weiß" flüsterte Conny. Sie staunte selber über ihre Kraft noch sprechen zu können.
Sie schloss die Augen. Conny wollte nur noch sterben. Nur noch weg von hier. Morgen würde sie mit Hannes sprechen.. er würde ihr helfen.. Sie liebte ihn doch... oder? "oder ich bring dich um...."
Oh gott!



stunden später

Matt und zittrig stand Conny auf und griff nach der Hose die über einen Stuhl gehängt war. Sie musst raus hier. Raus aus diesem Haus. Conny fühlte wie ihre Kraft schwand.. sie würde es nicht überstehen noch länger mit ihm an einem Ort zu bleiben.
Hektisch riss sie ein paar Kleidungsstücke aus ihrem Schrank und stopfte sie in ihre Schultasche. Die erste Jacke, die sich ihr im Flur bot, ergriff sie und stürzte zur Haustür. Als sie den rauhen Stoff fühlte wurde ihr schlecht und sie lies die Jacke fallen... Musste sie halt frieren... Nur weg hier, weg.

Zu Hannes war es ein langer weg.
einen Fuß vor den anderen.. nicht nach hinten schauen, nur weg, weg, weg. Weg von all den Schmerzen, weg von den Vorwürfen, weg von den Drohungen, weg.

Leise fing es an zu Regnen. Der Herbst kündigte sich an.
Ihr nachthemd nässte immermehr doch zumglück hatte sie sich eine jeans übergezogen.
ihre pantoffeln wurden klamm,schließlich komplett durchgenässt.
der feuchte stoff scheuerte ihre zehen wund. die kälte des regens durchflutete ihren körper.
ihre haare hingen wirr und zerzaust herab.
endlich ,endlich erreichte sie die haustür. ganz weit entfernt schlug eine kirchturmuhr 4 uhr früh. aus prostest, so schien es.
zitternd und keuchend klopfte sie an der haustür.
ein mann um die 50 herum öffnete ihr. er trug verwaschene tennissocken und hatte einen bademantel notdürftig umgebunden. seine speckigen haare waren erfolglos über die glatze gekämmt.
"Wer sind sie und was wolln sie um diese urzeit hier?"
"bi...bitte" sie stotterte krampfhaft. ihr flüstern glich dem rascheln einer plastiktüte.
conny hustete. "ist... hannes da?"
"wer ist da ?" hörte sie eine weibliche stimme aus dem hintergrund rufen.
der mann drehte sich um und brüllte zurück "son mädchen das zu hannes will"
"Moment ich komme!" Man hörte eine schublade aufgehen und gleich darauf sauste hannes mutter mit einem dicken rosa frotte-bademantel um die ecke."geh wieder ins bett "
Ihr ehemann grunzte , kratze sich den bierbauch und schlurfte davon.
"bi bitte.... ist hannes da?"
Der mutter entfuhr ein erstickter schrei. "Kindchen wie siehst du denn aus? läufst du schon die ganze nacht so herum? komm rein, sonst holst du dir noch den tod!"
Ehe sie wusste wie ihr geschah, hatte die frau sie hereingezogen ihr den rucksack abgenommen, ein handtuch um die haare gebunden warmes wasser in die badewanne eingelassen und einen frischen schalfanzug auf die heizung gehängt. hannes mutter huschte um sie herum goss etwas lavendelöl in die wanne. conny war wie in trance. nur als sie aufgefordert wurde sich asuzuziehen um in die wanne zu steigen wurde sie panisch. sie realisierte wo sie war und was sie hier eigentlich wollte. alle kraft zusammenreissend machte sie einen schritt zurück und sagte "Ich möchte alleine baden."
"Ach kleines, nun stell dich nicht so an, wir sind hier doch ganz unter uns. ich möchte dir doch nur ganz schnell aus den nassen sachen helfen, dann verschwinde ich und koch dir einen leckeren tee."
"aber" die hitze die von der wanne aufstig und den raum erfüllte machte sie schläfrig und kraftlos. mit versiegendem widerstand schaffte es die gutmütige frau mit ein paar handgriffen nachthemd und jeans zu entfernen.
conny war selbst zum schämen zu müde. sie drehte sich um und zog ihren slip aus um ins wasser zu steigen.
die hitze auf den frischen wunden stach und tränen schossen in ihre augen.
dann fiel ihr etwas auf. hannes mutter sagte gar nichts mehr. sie setzte sich stumm auf den beckenrand und wusch ihr vorsichtig den rücken mit einem waschlappen.
"Es wird gut mein Kleines" hörte sie die traurige Stimme der Frau "Es wird alles wieder gut."









Trainstation

Sitze im schäbigen abteil und lasse mich mal wieder von dem ruckeligen fortbewegungsmittel tracktieren.
ich sitze also im zug . im täglichen spiel von a nach b. alles ist wie immer und irgendwie besser. die sonne scheint ein bisschen. aus gnade. ich bin gut gelaunt denn ich konnte früher nach hause. heißt von einer graustufe in die nächste. aber jetzt grade ist mir das egal. ich bin ganz umhüllt . das abteil ist mein kokon. draussen sehe ich friedliche bilder vorbeihuschen. weizenfelder. an einem gewöhnlichen tag sehe ich heuschnupfen, ungeziefer, untragbarkeit und untergang der langwirtschaft im matariellen konsumschlund. jetzt. jetzt sehe ich gold schimmernd kitzelige halme durch die ich meine hände streifen möchte.
auch die musik heute ist wunderbar. sonst lautstärke gegen die lautstärke der anderen mitfahrenden und ihren nervigen schreihälsen von nachkommen.
heute. heute fühlt sich einfach auch die musik gut an. die stimme des sängers vereinnahmt mich ganz. ich fühle wie meine finger beginnen automatisch im takt zu klopfen. off-beat. yeah. meine gute laune ist völlig irrational. aber sie ist nun einmal da und ich werde mit ihr umgehen. die musik ist aber auch wirklich zu gut. fühlt sich an nach warmen kaffeebohne die durch die hände rieseln. herrlich. mein buch liegt aufgeschlagen auf meinen beinen. ich habe mir angewöhnt, es beim lesen sehr grade zu halten. damit mein gegenüber sehen kann was ich lese. verrückt ich weiß. aber innerlich bilde ich mir ein, beim nächsten lesenden das selbe entgegenkommen zu finden. vielleicht ja nächstes mal. man muss doch der welt mitteilen was man liest! aber nur die spannenden bücher. die verschlingenden. man kaut sich die fingernägel blutig ohne es zu merken. so muss ein gutes buch sein! ein guter krimi. manchmal blicke ich auf während des lesens, weil ich die spannung nicht aushalten kann und meinen kopf einen moment ablenken muss. so auch heute.



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